Lucio Marelli ist stets mit grossem Engagement dabei.

Lucio Marelli ist stets mit grossem Engagement dabei.

 

Nahrung für die Seele

 

Lucio Marelli organisiert nicht nur die Jazzkonzerte im Kloster, nein, er spielt auch in diversen Formationen selber mit.

 

BirsMagazin: Seit einem Jahr finden regelmässig Jazzkonzerte im Klosterkeller statt. Was ist Ihr Fazit?

Lucio Marelli: Das Tollste ist, dass das Publikum durchgehend Freude daran hat und die Musikerinnen und Musiker es geniessen, im Kloster zu spielen. Die Intimität des Kellers und die warme Atmosphäre im Innenhof werden sehr geschätzt. Die lockere Stimmung, die Bar und das freundliche Personal machen den Abend perfekt. 

 

Unser Ziel ist es, dass die Klosterkonzerte ein Anziehungspunkt für ein breites, kultur-interessiertes Publikum in der Region werden.

 

Da waren ja teilweise renommierte Musikerinnen und Musiker aus der ganzen Welt zu Gast im Kloster. 

Es kommen immer mehr Anfragen. Schon jetzt müsste ich nicht mehr aktiv suchen, die Musiker melden sich selbst. Ganz wichtig ist mir der Bezug zur Region. Meist ist mindestens ein Bandmitglied dabei, welches eine Beziehung zur Region hat. 

 

Was war Ihr bisheriges Highlight? 

Schwierig zu sagen, das intime Konzert des jungen Duos Yumi Ito und Szymon Mika, die Jungs aus Berlin und New York im Tobias Meinhart Quartett, die «Allstar Band» um Sascha Schönhaus im Refektorium. Und auch da, wo ich selbst mitgewirkt habe. Jedes Konzert war für sich einzigartig.

 

Sie haben zwischendurch auch mitgespielt – können Sie das so einfach?

Das kommt drauf an. Es gibt ja die bekannten Jazzstandards. Und man kennt sich meist und hat bei anderen Gelegenheiten schon zusammen gespielt. Aber für ausgefeiltere Sachen, Eigenkompositionen oder spezielle Arrangements braucht es Proben. Mit einem indischen Tablameister zu spielen stellt eine ganz andere Herausforderung dar, da muss man zuerst einmal einen gemeinsamen Nenner in der musikalischen Sprache finden. Aber dann funktioniert auch das. Jazzmusiker sind sehr wandlungsfähig!

 

Auf was dürfen sich die Zuhörer beim letzten Konzert in diesem Jahr, dem «Christmas Special», freuen? 

Ich habe den Musikern (mir inklusive) den Auftrag gegeben, je ein eigenes Arrangement zu einem bekannten Weihnachtslied zu schreiben. Das bringen wir dann in die Band. Angereichert wird das Programm mit bekannten Christmas-Songs, das ganze wird also sehr weihnachtlich. Mit Simon Wyrsch kommt ein Schweizer Ausnahmeklarinettist, und Lorenzo Petrocca, ein exzellenter Gitarrist, reist extra aus Stuttgart an.

 

Wie sieht das Programm 2020 aus?

Ein Highlight wird bestimmt das Konzert im August vom Pianotrio Vein aus Basel. Die spielen auf der ganzen Welt und sind extrem innovativ. Der Start im Januar mit dem Simon Spiess Trio wird sicher auch fulminant. Zudem wird bei einem Konzert eine Steptänzerin auftreten. Es wird wieder einen bunten Mix aus regionalen und internationalen Musikerinnen und Musikern geben. Viel für die Seele, das ist die Devise!

 

Text: Jonas Rapp und Barbara van der Meulen, Foto: Christian Jaeggi