Iglubauen – ein Stück Menschheitsgeschichte Fotos: zVg

Iglubauen – ein Stück Menschheitsgeschichte Fotos: zVg

Mit dem Handschuh zum Iglu

Sicher, man kann sich in einem Iglu-Dorf in ein gemachtes Schneebett legen und sich mit einem Fondue-Essen verwöhnen. Die Iglus, die Felix Sprecher von «Iglubauer» anbietet, sind anders. Sie sind gerade mal 1,5 Meter hoch und haben einen Durchmesser von 2,4 Metern. Und man muss sie selber bauen.

 

In einem Iglu zu schlafen, ist Felix Sprecher aus Binningen überzeugt, sei jedermanns Traum, der Sehnsucht nach der Ursprünglichkeit geschuldet. Geborgen fühle man sich in einem solchen Schneehäuschen, die Helligkeit sei im Gegensatz zum dunklen Schlafzimmer etwas ganz Besonderes.  Auf den Geschmack gekommen ist Sprecher, der als Mediator, systemischer Coach und Sekundarlehrer arbeitet, bei einer J + S-Weiterbildung als Pfadileiter zum Thema Erlebnispädagogik im Winter. «Schnee als Material übt auf viele Menschen eine Faszination aus: Es ist ganz leicht bearbeitbar, lässt sich aufeinanderstapeln, man kann damit Bögen bauen», schwärmt Sprecher. Seit mehr als zehn Jahren bietet er mit sechs weiteren Schneemännern Iglubau-Wochenenden und Kurse sowie Teamevents für Firmen und Vereine an. 

 

Nur mit Altschnee funktioniert’s. Foto: zVg

Nur mit Altschnee funktioniert’s.

 

Und wie ist das mit der Kälte?

Mit Hilfe der Anweisungen, den nötigen Werk-zeugen und guten Handschuhen – wenn nötig auch mit tatkräftiger Unterstützung der Iglubauer – könne jeder ein Iglu bauen, ist Sprecher überzeugt. Viele Teilnehmer sind erstaunt, wieviel Geschick und Muskelkraft nötig sind, damit das runde Dach über dem Kopf dann auch hält. Ist das Iglu genug abgedichtet, heisst es Daunenmatten auslegen und in die warmen Schlafsäcke kriechen. Nun noch die Rucksäcke vor den Eingang schieben, um die Temperatur im Inneren nicht unter null Grad sinken zu lassen. «Eine Nacht draussen im Schnee überleben zu können, ist eine Grenzerfahrung», so Sprecher, «Kälte ist ja immer relativ.» Ein weiterer Iglubauer ist der Vermesser Philippe Grimm. Erfahren Sie mehr von ihm auf den Seiten 56, 57 und 59.

 

Text: Sabina Haas, Fotos: zVg