So geht das bei Ueli Vögtli mit seinem Radlader in Hochwald.

So geht das bei Ueli Vögtli mit seinem Radlader in Hochwald.

 

Mit dem Radlader zum «Kreuz»

Ueli Vögtli aus Hochwald erleichtert im Winter vielen Dorfbewohnern die Schneeräumung. Wo die Gemeinde-Arbeiter aufhören, fängt er an. So sorgt er für mehr Sicherheit bei Zufahrtsstrassen – und kam dabei selber schon ins Rutschen.

 

Die Zeiger meines Weckers stehen auf 4 Uhr. In einer guten Stunde wird er klingeln und mich in den Stall schicken. Aber draussen ist es mucksmäuschenstill. Und diese Stille stört meinen Schlaf; ich bin mir sicher: so klingt Schnee. 

 

Ich habe recht. Gut 20 Zentimeter Neuschnee liegen auf den Dächern und Strassen von Hochwald. Tagwach!

 

So viel wie vor zehn Jahren ist es zwar noch nicht. Damals schaufelten wir den Schnee von den Dächern und transportierten ihn mit dem Kipplaster aus dem Dorf. Zu gross war die Angst vor noch mehr Schnee und dem Schmelzwasser. Aber auch bei 20 Zentimetern ist man froh, wenn man nicht von Hand schaufeln muss – und wer es sich leisten kann, ruft bei der Gartenbaufirma meines Bruders an. Dann kommen ich und mein Radlader ins Spiel.

 

Je nach Grösse des Privatgrundstücks brauche ich fünf bis zehn Minuten, um den Schnee wegzuräumen. So kann ich Zufahrtsstrassen oder Parkplätze etwas siche-rer machen. Das ist mir wichtig, besonders beim Restaurant Kreuz. Eigentlich ist ein Radlader fürs Fahren im Schnee nicht gemacht, aber ich kenne meine Maschinen und weiss, wie ich damit umgehen muss. Trotzdem bin ich schon mal gerutscht. Zum Glück ging immer alles gut.

 

Später am Tag steige ich auf den Lastwagen um und fahre für Vögtli Brennholz nach Basel. Die Firma führe ich in der dritten Generation. Denn in vielen Altbauwohnungen in der Stadt stehen noch kleine Öfen zum Heizen und damit es einen Winter lang schön warm bleibt, brauchen die Mieter regelmässig Holz. 

 

Wenn alle Fahrzeuge auf dem Hof parkiert sind, endet mein Arbeitstag gegen 19 Uhr im Stall. Bald lege ich mich zufrieden ins Bett und horche der Stille des Schnees. 

 

Text: Sarah Ganzmann, Fotos: Christian Jaeggi