Ab auf die Insel

Fotos: Christian Jaeggi

Ab auf die Insel

Die nächsten Ferien liegen so nah. Rheinfelden lockt mit eigenem Strand, Wasser in verschiedenen Formen und dem bekanntesten Schloss der Schweiz. Und das alles einen Katzensprung vom Birstal entfernt.

 

Wären nicht die vielen Strassenschilder, wür­­de Rheinfelden noch aussehen wie im Mittelalter. Das Stadtbild stammt gröss­ten­teils aus der Zähringer-Zeit, danach regierten die Habsburger die Stadt. Darum steht hier schweizweit das einzige Rathaus mit österreichischen Wappen an der Fassade.

Einen Katzensprung davon entfernt öff-net das Schelmengässlein einen schmalen Gang zwi­schen den Häuserfronten. Hierdurch rannten meist die Gefangenen, wenn ihnen aus dem Rathaus die Flucht gelang. Auf dem Bänkchen unter dem Rundbogen durfte sie keiner fangen. 

Heute gehört das Schelmengässlein zur gemütlichen Flaniermeile mitten in der Altstadt. Auf der Haupt­achse, der Marktgasse, verstecken sich ein paar kleine Schätze: Zum Beispiel die Reparaturwerkstatt von Claudine Hirt, in ihrem Laden «trag-werke». Mit Blick auf den Rhein repariert sie defekte Lederwaren oder restauriert alte Lampen. Viel Herzblut steckt auch im Laden nebenan, wo Maya Lolmaugh in ihrem «harmony works» eigene Crèmes herstellt. Alles aus natürlichen Rohstoffen. Bis Maya Lolmaugh ein neues Produkt in ihre Regale stellen kann, vergehen zwei Jahre mit aufwändigen Tests. 

Von der Sole bis zum Bier

Rheinfelden

1 Mit dem E-Bike spart man Zeit. Infos zur Miete: www.manufaktur-maerki.ch. 2 Auch ohne Turbogang ist das Restaurant «Schützen» schnell erreicht. Das gleichnamige Hotel wurde 1846 im Jugendstil erbaut und wird aktuell renoviert. www.hotelschuetzen.ch. 3 Ein Achtsamkeitsgarten und ein Solebad schaffen einen Ort der inneren Ruhe beim Hotel «Eden im Park». www.hoteleden.ch 4 + 5  Auch das Inseli ist ein Ort der Ruhe. Hier versteckt Martine Schaffner manch­mal ihre bunt bemalten Steine. 6 Nebenan beginnt die Altstadt. Wer seine defekte Lieblingstasche noch nicht entsorgen will, sollte damit in der Re­paraturwerkstatt von «trag-werke» vorbeigehen. www.trag-werke.ch 7 Selbstgemachte Kosmetikprodukte verkauft Maya Lolmaugh in ihrem «har­mony works». www.harmonyworks.ch 8 Im Parterre des Rathauses befand sich früher ein Gefängnis. www.tourismus-rheinfelden.ch 9 Wer fliehen konnte, flüchtete ins Schelmengässlein. 10 Hinter dem Stadttor beginnt der Salzweg. Er führt vom Stadtpark zur Saline Riburg. www.tourismus-rheinfelden.ch/
wandern/17071 11 Oder man taucht kurz im «sole uno» ab. www.soleuno.ch 12 Essen mit Blick aufs Schloss im Restaurant Feldschlössen. www.brauwelt.ch/restaurant

 

Ein Kunstwerk zum Mitnehmen

Zwischen Stadttor und Rheinbrücke verstecken sich manchmal noch andere Schätze. Solche, die niemand kaufen kann und nur wer Glück hat, findet einen. Es sind bunt bemalte Steine, die Martine Schaffner an ihrem Wohnort verteilt. Ziel ist, jemandem spontan beim Vorbeigehen eine Freude zu machen – wer mag, darf den Stein behalten. Hauptsache, man macht davon ein Foto und postet es auf Face-book bei «CH Rocks – Original». Die Gruppe zählt schon über 65 000 Mitglieder. 

Die Steine versteckt Martine Schaffner gerne auch auf dem Inseli. Die kleine Oase liegt in der Mitte der alten Rheinbrücke. Früher als Burganlage bekannt, ist das Inseli seit 1900 ein kleiner Park mit Sandstrand, nicht nur für heisse Sommertage. An kalten Tagen lohnt sich das Abtauchen in der Wellness-Welt «sole uno», ein wenig ausserhalb gelegen. Wer mehr zur Rheinfelder Natursole erfahren will, verbindet Wissen und Wandern auf dem Salzweg nebenan; Startpunkt bei der Kapelle im Stadtpark. 

Wer es ein bisschen versteckt mag, findet im Hotel «Eden im Park» auch ein Solebad. Hinter dem Bahnhof geht es steil bergauf. Da lohnt es sich, vorher bei der «Manufaktur Märki» am Gleis 1 ein E-Bike zu mieten.

Zum Hotel «Eden im Park» gehört auch der verträumte Achtsamkeitsgarten mit Kneipp-Becken. Übrigens, im verwandten Restaurant «Schützen» auf der anderen Seite der Bahngleise wird hinter historischen Mauern vorzüglich gekocht.

Apropos essen und trinken: Wer kennt es nicht, das Schloss der Brauerei Feldschlösschen? Einen schönen Blick darauf haben wir im gleichnamigen Restaurant nebenan. Mit einem Feierabend-Bier in der Hand und einer Brauerrösti auf dem Teller endet dieser Ausflug. Perfekt!

 

Text: Sarah Ganzmann, Fotos: Christian Jaeggi | Nr. 11: zVg sole uno