Geschäftsführer Ausone Isler (links) und Küchenchef Laurent Luttringer sind ein eingespieltes Team und ergänzen sich ganz wunderbar, was den Gästen sehr zugute kommt. Foto: Christian Jaeggi

Geschäftsführer Ausone Isler (links) und Küchenchef Laurent Luttringer sind ein eingespieltes Team und ergänzen sich ganz wunderbar, was den Gästen sehr zugute kommt. Foto: Christian Jaeggi

Angenehm unkonventionell

In diesen Tagen muss sich der Freigeist fragen, wohin des Wegs. Wem die Lust aufs Verreisen vergangen ist, findet in der Nähe in Röschenz am Fusse des Challs eine kleine Oase.

 

Es war einmal eine einfache Dorfwirtschaft namens «Rössli», in der geraucht, getrunken, gezecht, palavert, diskutiert, gestritten und auch gegessen wurde. Eine Beiz halt, wie es sie zu Hunderten in der Schweiz gibt oder besser gesagt gab. Und als in Röschenz das «Rössli» so vor sich hin trabte, kamen drei Weise daher, mit Ideen im Kopf und Geld im Sack, verliebten sich in den Ort und in das «Rössli», kauften es, bauten es zu einem adretten Gasthaus aus, erweiterten es zu einem kleinen Hotel und gaben ihm einen neuen Namen. Der «Röschenzerhof» war unter dem Motto «Aus Freude am Leben» geboren. Seitdem fühlen sich hier Gäste aus nah und fern wohl, wärmen sich am eigenwilligen Kamin-Kachelofen und freuen sich heute über eine unaufgeregte, taufrische Küche. Nur die letzten Jahre ist der «Röschenzerhof» eine Achterbahn gefahren, war mal gut, mal weniger, nie schlecht, aber auch nie herausragend, obwohl es immer wieder Lichtblicke gab. Mit dem neuen Gastgeber sind Stabilität und Kontinuität eingekehrt. Im Restaurant wird saisonal, frisch und auf gutem Niveau gekocht, im Kulturcafé wird am Brioche geknabbert oder der englischen Tea Time gehuldigt, im Hotel schläft es sich ganz wunderbar, und wer Lust auf Wellness & Spa hat, kann sich in der Sauna, im Sanarium (saunieren auf die sanfte Tour), Floating- und Relax-Becken entspannen oder sich einer Massage und anderen Wohlfühlangeboten hingeben. Zum Essen: Ob marinierte Lachsforelle, Zanderfilet oder Saiblingconfit – es mundet und überzeugt in Präsentation, Garzeiten und Qualität. Freude macht das verlorene Ei, das perfekt zubereitet ist und wunderbar schmeckt, genauso wie der lokale Wildsaupfeffer. 

Toll, der «Röschenzerhof» ist auferstanden. Grund genug, gleich einen Vin Jaune des mittlerweile pensionierten Winzers Jacques Puffeney zu köpfen (ideal zu Morchel-Gerichten oder einem Hartkäse wie ein Comté) und danach glückselig in einem der sieben Gästezimmer zu übernachten. Jeweils am Samstag (8–13 Uhr) findet hier ein kleiner Markt statt mit ausgewählten regionalen Produzenten und vorzüglichen Produkten.