Fotoeditorial. Foto: Christian Jaeggi

Als lieblicher Bach mäandert die Birse nach ihrem Quellsprung und der Trinkwasserentnahme oberhalb Tavannes. Foto: Christian Jaeggi

Von der Source de la Birse bis Bévilard

Als Stromquelle stürzt die Birse unter dem Pierre Pertuis aus 762 Metern Höhe ins Tavannes-Tal. Nach 75 Kilometern erreicht sie als beruhigter Fluss die Mündung in den Rhein bei Birsfelden.

 

Es gibt schönere Karstquellen als die Source de la Birse, die am Ende des Vallée de Tavannes als rauschender Wasserfall ins überglaste Becken stürzt. Um die 10 000 Liter Wasser pro Minute bei einer Temperatur von 8 Grad entlädt die Quelle. Sechs bis zwölf Stunden braucht die Wassermenge, bis sie bei Birsfelden in den Rhein fliesst. Nach der Trinkwasserentnahme wird sie zum sanf-ten Gewässer, auf dem eine Entenfamilie ihre beschaulichen Runden dreht. Scheitelpunkt über der Quelle ist der Pass des Pierre Pertuis, lateinisch Petra Pertusa. Die Form des Felsdurchbruchs aus römischer Zeit sieht wie die Schnauze eines Dachses aus. Der deutsche Name von Tavannes lebt als Dachsfelderstrasse in Basel fort. Im leuchtend gelben Fabrikgebäude der «Tavannes Watch» werden edle Taschenuhren gefertigt. Auffällig schön ist der hundertjährige Jugendstilbau «ROYAL», dessen Stein-Inschriften «CINEMA – THEATRE – VARIETES» vom einstigen Glanz der Drei-Sparten-Bühne künden. Kleingeschrieben erinnern «sonore – parlant» an die Anfänge des Tonfilms. Über der Rue du Petit Bâle thront im schmucken Berner Stil mit Spitzturmhelm die evangelische Kirche. Am Buffet de la Gare verweist die Speisetafel auf die Spezialitäten: «Tripes Neuchâteloises» und «Cheval – Frites».

Unter den Geleisen eingedohlt, fliesst die Birse, bis sie an der Kreuzung der Bahnlinien Moutier/Tramelan wieder auftaucht und übers freie Feld mäandert. In Reconvilier verschwindet sie abermals unter den verwaisten Fabrikhallen der einstigen Giesserei Boillat, deren Direktor Edouard Boillat um 1890 seine Villa mit der edlen Holz-Glasfassade bauen liess. Nach zähen Streiks und der Übernahme durch die chinesische Firma Baoshida geht die Pro­duktion von Kupferlegierungen unter dem Label «Swissmetal 
Industries» mit noch 160 Arbeitern weiter. Bei der alten Moulin nimmt die Birse den Fluss Trame nach seiner Quelle unterhalb Tramelan in die Arme, bis sie bei Malleray und Bévilard ihren Lauf gemächlich fortsetzt.

Drei Tipps für die Region

• Einkehren: Cerf, Sonceboz, www.cerf-sonceboz.ch
• Einkaufen: Vacherie Reichmuth, Le Fuet, www.chüeundchäs.ch
• Einschlafen: Chant du Vent, La Tanne, www.auchantduvent.ch

 

Text: Jürg Erni, Foto: Christian Jaeggi