Salzstreuer

Gegen den Frost

In der Natur sind Eiskristalle Kunstwerke, auf der Strasse hingegen ein erhebliches Unfallrisiko. Seit über 30 Jahren trägt Markus Ritter tatkräftig dazu bei, dass die Kantonsstrassen zwischen Muttenz und Liesberg eisfrei bleiben. Je nach Situation kommen Trockensalz oder Sole zum Einsatz. 

 

Wenn der Diesel im Motor gefriert und das Öl für die Kettensäge am Feuer erwärmt werden muss, damit es sich löst, herrschen nahezu sibirische Verhältnisse. So geschehen im Winter 1986/1987, als Markus Ritter als Forstwart im Oberbaselbiet tätig war. Im Frühling darauf trat er eine neue Stelle für das kantonale Tiefbauamt Kreis 1 im Werkhof Reinach an – inkl. Pikettdienst im Winter. Auf den Rekordfrost folgten vier eher milde Winter mit entsprechend wenigen Einsätzen. «Klimaerwärmung wurde damals schon zum Schlagwort», erinnert sich Ritter. Doch die Region wurde immer wieder von Wintereinbrüchen heimgesucht. So auch im Dezember 2008, als durch heftigen Schneefall ganze Strassenabschnitte in Aesch, Ettingen, Oberwil und Allschwil gesperrt werden mussten, weil Bäume unter der schweren Last zusammenbrachen. Neben den Mitarbeitenden des Tiefbauamts waren Feuerwehr, Polizei, Zivilschutz, Forstdienst Tag und Nacht im Einsatz, um die Strasse wieder freigeben zu können. 

 

Das Team des kantonalen Tiefbauamts Kreis 1 mit Markus Ritter ist gerüstet für den Wintereinbruch.

Das Team des kantonalen Tiefbauamts Kreis 1 mit Markus Ritter ist gerüstet für den Wintereinbruch.

 

Perfider Eisregen

Unzählige winterliche Einsätze hat Markus Ritter, der seit 1997 als Leiter Betrieblicher Unterhalt im Kreis 1 tätig ist, als Fahrer, Beifahrer oder als Einsatzleiter erlebt. Heute messen diverse Frostwarn-Stationen die Luft- und Bodentemperaturen, die auf dem Smartphone verfolgt werden können. Die ersten Warnungen der Saison kommen meistens vom Challpass zwischen Metzerlen und Röschenz, dem mit rund 740 m ü. M. höchsten Strassenpunkt im Kreis 1.

Jeweils ab Oktober werden im Werkhof die Salzstreuer mit Sole und Trockensalz beladen und die Schneepflüge für die Fahrzeuge bereitgestellt, so dass sie schnellstmöglich einsatzbereit sind. «Am perfidesten ist Eisregen, da müssen wir schnell handeln!», spricht Ritter aus Erfahrung. Jeweils am Feierabend bespricht der Einsatzleiter mit dem Pikettchef die kommende Nacht. Liegen Frost und Glätte in der Luft, wird die ganze Nacht hindurch stündlich die Lage geprüft. Erfordert es die Situation, kommt es zu einem der durchschnittlich 
50 Winter-Einsätzen.
 

 

Text: Simon Eglin, Fotos: Christian Jaeggi