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Beim Umbau eines Sandkastens für das Familienzentrum «Oase» haben die Lions handwerkliches Geschick bewiesen.

Beim Umbau eines Sandkastens für das Familienzentrum «Oase» haben die Lions handwerkliches Geschick bewiesen. Foto: zVg Lions Dorneck

Lions sind viel mehr als «glatte Kerle»

 

Der Service-Club Lions Dorneck hat stolze 50 Jahre auf dem Buckel. Warum man mehr sein muss als ein «glatter Kerl», um Mitglied zu werden, erklären Präsident Hansruedi Fanti (77) und Patrice Kleewein (47) im Interview. Und sie erklären auch, was die Lions für das Gemeinwohl leisten und ob der Club bald für Frauen geöffnet wird.

 

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Lions Dorneck feiert dieses Jahr das 50-Jahr-Jubiläum. Was machen die «Löwen» eigentlich genau?

Hansruedi Fanti: Lions ist eine globale Organisation von Frauen und Männern, die sich regelmässig treffen und die Freundschaft pflegen. Wir hören uns Vorträge an und es gibt viele interessante Gespräche ...

 

Patrice Kleewein: ... Zudem engagieren wir uns für das Gemeinwohl – vor allem lokal. Unser Flaggschiff ist der Adventsmarkt Arlesheim, wo wir seit Jahrzehnten ein Restaurant betreiben. Den Profit spenden wir an Organisationen wie die Gassenküche Basel, die Schweizer Tafel der Region Basel, die Pfadi St. Mauritius in Dornach oder eine bedürftige Bergbauernfamilie. In der Corona-Krise haben wir lokale Kinderkrippen unterstützt, die keine Einnahmen mehr hatten. Wir betätigen uns auch handwerklich: So haben wir letztes Jahr beim Umbau des Sandkastens im Familienzentrum «Oase» in Arlesheim mitgeholfen.

 

Fanti: Mit Lions International engagierten wir uns in den letzten Jahren für die Projekte «SightFirst» zur Vorbeugung und Bekämpfung von Augenerkrankungen und Blindheit. Oder bei «Sodis», einem Projekt für die Versorgung mit sauberem Trinkwasser in Entwicklungsländern. Neu hinzu kommen wird das Projekt «Clean Water», mit dem wir den Bau von dezentralen Abwasserreinigungsanlagen in Spitälern und Schulen und damit eine bessere Hygiene in Tadschikistan unterstützen. Die grösste eigenständige Aktivität des Lions Clubs Dorneck war die «Polen-Aktivität», bei der vor 40 Jahren vier Lastwagen mit Hilfsgütern nach Polen transportiert wurden.

 

Von links: Hansruedi Fanti, Holzingenieur und früherer Inhaber einer Bettenfabrik, ist Präsident von Lions Dorneck.  Patrice Kleewein, Regionalleiter Nordwestschweiz bei Credit Suisse, ist zuständig für die Aktivitäten.

Von links: Hansruedi Fanti, Holzingenieur und früherer Inhaber einer Bettenfabrik, ist Präsident von Lions Dorneck. Patrice Kleewein, Regionalleiter Nordwestschweiz bei Credit Suisse, ist zuständig für die Aktivitäten. Foto: Christian Jaeggi

 

Wie hat sich Lions Dorneck seit der Gründung verändert?

Fanti: Zu Zeiten meines Vaters, der seit den Anfängen mit dabei war, bestand der Club vor allem aus gestandenen Geschäftsleuten. Das hat sich stark geändert. Heute hat Lions Dorneck eine grosse Bandbreite von Berufsleuten: KMU-Chef, Bankdirektor, Küchenchef, Architekt, Chefarzt, Direktor eines Bundesamtes, Regierungsrat oder Spitaldirektor. Das macht das Leben im Club sehr interessant. Wir sind absolut nicht elitär. 

 

Kleewein: Der Club wurde stark verjüngt. Als ich vor 12 Jahren zu Lions Dorneck kam, war ich 35-jährig. Wir streben eine gesunde Durchmischung an: Es sollten nicht mehr als zwei Personen von der gleichen Berufsgattung dabei sein.

 

Mit dem Projekt «Clean Water» unterstützen die Lions Clubs der Schweiz in Tadschikistan dezentrale Abwasser­reinigungsanlagen in Spitälern und Schulen.

Mit dem Projekt «Clean Water» unterstützen die Lions Clubs der Schweiz in Tadschikistan dezentrale Abwasser-reinigungsanlagen in Spitälern und Schulen. Foto: zVg Lions Schweiz

 

Wie wird man Mitglied von Lions Dorneck? Genügt es, ein «glatter Kerl» zu sein wie etwa bei einer Fasnachtsclique?

Kleewein: Nein, nicht ganz (lacht). Zusätzlich sollte man sich natürlich auch mit dem Spirit der Lions identifizieren, an rund 70 Prozent der Aktivitäten teilnehmen und sich für die Gesellschaft und die Umwelt engagieren. Unsere Mitglieder sollten dafür die nötige Zeit mitbringen und von der Person her in den Club passen. Neue Mitglieder kommen über einen Götti zu uns.

 

Werden Sie von Anfragen überrannt?

Fanti: Nein. Wir müssen die Augen offen halten und schauen, wer zu uns passen würde. Man kann sich aber auch selber melden bei uns. Für das zeitliche Engagement bei Lions wird man über gute Gespräche und viele Kontakte mehr als entschädigt.

 

Wie feiern Sie das Jubiläum?

Fanti: Wir organisieren einen Jubiläumsabend mit Gästen aus benachbarten Lions Clubs. Und nächstes Jahr gönnen wir uns eine Reise nach Italien. Das gemeinnützige Projekt «Gottardo» zur Unterstützung von Jugendlichen, die in schwierigen Situationen ihre kranken Eltern pflegen, musste wegen Corona leider zurückgestellt werden. Mit diesem kantonsübergreifenden Projekt wollten wir gemeinsam über Sponsorenläufe und andere Aktivitäten landesweit über 100 000 Franken sammeln.

 

Sie sind ein reiner Männerclub. Wann öffnen Sie sich für Frauen?

Fanti: In unserer Region gibt es schon einige gemischte Lions Clubs. Auch bei uns geht die Entwicklung wohl in diese Richtung ... (zen.)